Die richtige Beleuchtungsstärke Raum für Raum festzulegen, ist der erste echte Schritt jeder Lichtplanung: Sie sagt dir, wie viel Licht in Lux auf der Nutzfläche ankommen muss, damit die Sehaufgabe sicher gelingt. Die Beleuchtungsstärke Raum richtet sich dabei nicht nach Bauchgefühl, sondern nach klar definierten Soll-Werten je Tätigkeit. Wer das einmal verinnerlicht hat, plant Büro, Werkstatt oder Flur deutlich entspannter.

Lux ist die Einheit, die angibt, wie viel Lichtstrom pro Quadratmeter auf einer Fläche ankommt – mehr dazu im Beitrag Lux, Lumen, Candela. In dieser Übersicht geht es rein um die praktischen Richtwerte.

Warum die Beleuchtungsstärke Raum so wichtig ist

Jede Tätigkeit hat ihre eigene Anforderung. Lux gibt an, wie viel Lichtstrom pro Quadratmeter auf eine Fläche trifft – und je feiner die Sehaufgabe, desto höher der nötige Wert.

Die Werte stammen aus der DIN EN 12464-1. Diese Norm behandelt die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen unter Berücksichtigung der Sehleistung und des Sehkomforts. Wichtig: Es handelt sich um Wartungswerte (Em). Die Lux-Werte in der DIN EN 12464-1 sind Wartungswerte – das bedeutet, die Beleuchtungsstärke darf zu keinem Zeitpunkt unter diesen Wert fallen, auch nicht nach Jahren der Nutzung.

Wie du daraus eine fertige Anlage planst, zeigt der Beitrag Lichtplanung nach DIN EN 12464-1 und das System der drei Bereiche (Arbeitsfläche, Umgebung, Hintergrund).

Lux Werte Tabelle nach Bereichen

Die folgende Liste bündelt die häufig nachgefragten Richtwerte als Orientierung. Sie ersetzt keine projektgenaue Planung, denn die exakte Anforderung hängt immer von der konkreten Sehaufgabe ab.

Bereich / SehaufgabeRichtwert (Em)
Verkehrsweg / Flur100 lx
Treppe150 lx
Lagerraum (selten besetzt)100 lx
Lager mit Lese-/Suchaufgabe300 lx
Empfang / Rezeption300 lx
Büro: Schreiben, Lesen, Bildschirm500 lx
Besprechungs-/Konferenzraum500 lx
Werkstatt grob (Montage, Schmieden)300 lx
Werkstatt mittel (Metallbearbeitung)500 lx
Werkstatt fein (Elektronik)750 lx
Werkstatt sehr fein (Qualitätsprüfung)1.000 lx
Technisches Zeichnen / CAD750 lx
Verkauf / Verkaufsraum300 lx
Schule / Klassenraum300–500 lx
Gesundheit / Behandlung (Grundbeleuchtung)300–500 lx
Wohnen (allgemeine Grundbeleuchtung)100–300 lx

Im Detail: Büro, Schreiben, Lesen, Bildschirmarbeit liegen bei 500 Lux, technisches Zeichnen und CAD bei 750 Lux, Empfang und Rezeption bei 300 Lux, Konferenzräume bei 500 Lux. Für Verkehrszonen gilt: Für Besprechungsräume 500 lx, Empfang 300 lx, Flure 100 lx.

Werkstatt und Industrie

Hier staffelt sich die Anforderung nach Feinheit der Arbeit. Grobe Arbeit: 300 Lux. Mittlere Arbeit wie Metallbearbeitung und Montage: 500 Lux. Feine Arbeit wie Elektronik und Uhrmacher: 750 Lux. Sehr feine Arbeit wie Qualitätsprüfung: 1000 Lux. Zusätzliche Arbeitsplatzleuchten können lokal höhere Werte erzielen.

Flur, Treppe und Lager

Verkehrswege brauchen weniger Licht als Arbeitsplätze. Die Beleuchtungsstärke der Flurbeleuchtung liegt nach DIN EN 12464-1 bei mindestens 100 Lux. Richtwert für die Treppenbeleuchtung sind nach DIN EN 12464-1 mindestens 150 Lux.

Beim Lager lohnt ein genauer Blick: Die in DIN EN 12464-1 normierten 100 Lux für Lagerräume und 200 Lux für offene Warenlager sind in der Regel zu wenig Licht. Die Brancheninitiative licht.de empfiehlt, zumindest in bestimmten Bereichen 300 Lux zu installieren, damit Beschriftungen, Lieferscheine und Lagerpapiere mühelos gelesen werden können.

Mehr Lux ist nicht automatisch besser

Mehr Lux ist nicht automatisch besser

Ein häufiger Denkfehler: einfach die Leistung hochdrehen. Das spart aber weder Energie noch Augen. Übermäßige Beleuchtungsstärke verschwendet Energie und kann zu Unbehaglichkeit führen.

Neben der reinen Beleuchtungsstärke zählen zwei weitere Anforderungen: die Blendungsbegrenzung über den UGR-Wert und der einkalkulierte Lichtverlust über den Wartungsfaktor. Konkret heißt das: Für 500 Lux Wartungswert bei MF 0,8 müssen Sie bei Neuinstallation 625 Lux erreichen. Wer das ignoriert, plant unter Bedarf – oder weit darüber.

Ein cleverer Hebel ist Tageslicht: Räume mit hohem Tageslichtanteil brauchen weniger Kunstlicht, eine Helligkeitssteuerung mit Tageslichtsensor kann 30–60 % der Beleuchtungsenergie einsparen.


Für Arbeitsstätten in Deutschland gilt zusätzlich die ASR A3.4, die auf dieselben Werte verweist. Die ASR A3.4 verweist auf dieselben Werte. Im Zweifel zählt die strengere Anforderung.

Welche Räume plant ihr gerade – Büro, Werkstatt oder doch das heimische Streaming-Setup? Schreibt eure Lux-Fragen in die Kommentare.