Die Lichtausbeute LED entscheidet darüber, wie viel von deinem Strom tatsächlich als Licht ankommt – und wie viel als Wärme verpufft. Sie ist die ehrlichste Kennzahl der Lichttechnik und der zentrale Wert, wenn du Leuchten energetisch vergleichst.
Wie sich Lumen, Lux und Candela voneinander unterscheiden, klären wir separat im Beitrag Lux, Lumen, Candela – hier setzen wir diese Grundbegriffe voraus und schauen direkt auf die Effizienz.
Was Lichtausbeute LED bedeutet
Die Lichtausbeute gibt an, wie effizient ein Leuchtmittel arbeitet – also wie viel Licht es im Verhältnis zur aufgenommenen elektrischen Energie erzeugt. Gemessen wird die Lichtmenge in Lumen, der Energieverbrauch in Watt. Der Wert, der sich daraus ergibt, nennt sich Lumen pro Watt (lm/W).
Die Formel ist simpel: Lichtstrom (Lumen) ÷ Leistungsaufnahme (Watt) = lm/W. Der lm/W-Wert ist für eine Leuchte das, was für ein Auto die Kilometer pro Liter sind: Er misst die Effizienz.
Je höher der lm/W-Wert, desto mehr Licht bekommst du pro eingesetztem Watt. Damit wird die Lichtausbeute LED zum direkten Hebel für deine Stromrechnung.
Typische lm/W-Werte heutiger LEDs
LEDs sind aktuell die effizienteste Lichtquelle am Markt. Wo sie konkret landen, hängt aber stark von Lichtfarbe, Farbwiedergabe und Bauart ab.
| Leuchtmittel | Typische Lichtausbeute |
|---|---|
| Glühlampe | ca. 12 lm/W |
| Halogenlampe | ca. 15–25 lm/W |
| Leuchtstofflampe | ca. 50–70 lm/W |
| LED (Praxis) | ca. 80–160 lm/W |
| High-End-LED (Labor) | bis ~210 lm/W |
Das theoretisch maximal erreichbare Maß bei monochromatischer Strahlung liegt bei 683 lm/W; für weißes Licht im sichtbaren Bereich zwischen 380 nm und 780 nm sind es nur rund 199 lm/W. Technisch ausgereifte LED-Leuchten erreichen heute eine Lichtausbeute von über 160 lm/W.
Ein wichtiger Zusammenhang für die Praxis: Kaltweiß ist effizienter als Warmweiß, und ein hoher CRI senkt die Effizienz – mehr Phosphor für bessere Farbwiedergabe kostet lm/W. Wer also CRI ≥ 90 braucht, akzeptiert bewusst etwas weniger Effizienz. Details dazu im Beitrag Farbwiedergabe CRI/Ra und Lichtfarbe in Kelvin.
EU-Energieeffizienzklassen A–G

Seit dem 1. September 2021 gilt das überarbeitete EU-Label. Die neue Skala reicht wieder von A bis G; die 2012 eingeführten Plusklassen A+ und A++ entfallen.
Die Neuregelung vereinfacht die Berechnungsmethode für die Einteilung in die sieben Energieeffizienzklassen. Maßgebliche Kenngröße ist die Lichtausbeute in Lumen pro Watt. Konkret heißt das:
- Für die niedrigste Klasse G muss ein Wert von mehr als 85 lm/W erreicht werden.
- Dazwischen gibt es regelmäßige Abstufungen alle 25 lm/W.
- Die höchste Effizienzklasse A wird bei einem Wert von 210 lm/W vergeben.
Die meisten Standard-LEDs erreichen heute Klasse D–F. Premium-LEDs von Herstellern wie Philips, OSRAM und Ledvance erreichen bereits Klasse A mit über 210 lm/W.
Einsparpotenzial gegenüber alten Leuchtmitteln
Hier zeigt sich der eigentliche Hebel. LEDs sind 8–15× effizienter als Glühbirnen: Eine 10-W-LED ersetzt eine 100-W-Glühbirne und spart so rund 90 % Energie.
Werden Glühlampen durch hochwertige LED-Lampen ersetzt, lassen sich Stromeinsparungen von bis zu 90 % erzielen. Bei Glühlampen wird nämlich nur etwa 5 % der elektrischen Leistung in Licht umgewandelt, der Rest geht als Wärme verloren.
Beim LED Stromverbrauch lohnt sich aber ein realistischer Blick: Innerhalb der LED-Welt ist der Sprung kleiner. Bei einem Bedarf von 15.000 Lumen spart eine hocheffiziente Leuchte mit 150 lm/W gegenüber einer Standard-Leuchte mit 125 lm/W rund 20 Watt – über das Jahr also spürbare, aber begrenzte Kosten. Der große Sprung passiert beim Wechsel von alter Technik auf LED, nicht von LED auf LED.
Worauf du bei effizienten Leuchten achtest
Der wichtigste Stolperstein: Chip-Wert ist nicht gleich System-Wert. Hersteller geben manchmal die Effizienz des reinen LED-Moduls an. Dieser Wert ist immer höher als der der kompletten Leuchte, da er die Verluste des LED-Treibers nicht berücksichtigt.
- System-Lichtausbeute prüfen (gesamte Leuchte inkl. Treiber und Optik)
- Reinen Chip-/Modul-Wert nicht für den Vergleich nutzen
- Lichtfarbe (Kelvin) und CRI mitdenken – sie kosten Effizienz
- Gutes Thermomanagement, da Hitze lm/W reduziert
Für einen ehrlichen und praxisrelevanten Vergleich ist ausschließlich die System-Lichtausbeute entscheidend – sie beschreibt die Effizienz der gesamten Leuchte inklusive Treiber. Beachte außerdem, dass die genannten Werte oft Laborwerte unter idealen Bedingungen sind; Leuchtendesign, Optiken und Betriebsgeräte können die Lichtausbeute reduzieren.
Ein netter Nebeneffekt für die Praxis: Professionelle LED-Leuchten arbeiten im gedimmten Zustand oft noch effizienter – bei Reduzierung auf 50 % kann die Lichtausbeute um einige Prozentpunkte ansteigen.
Vom Leuchtmittel zur ganzen Anlage
Die Lichtausbeute LED bewertet die einzelne Leuchte – für die energetische Bewertung ganzer Beleuchtungsanlagen (inkl. Steuerung, Präsenz und Tageslichtnutzung) gibt es eigene Normkennwerte wie den LENI nach DIN EN 15193. Das ist ein eigenes, größeres Thema und sprengt den Rahmen hier.
Für die Planungspraxis verknüpfst du Effizienz immer mit dem geforderten Beleuchtungsniveau aus der Lichtplanung nach DIN EN 12464-1 und dem Wartungsfaktor – effizient ist nur, was über die Lebensdauer auch noch genug Licht liefert.
Welche lm/W-Werte siehst du gerade in euren Datenblättern – und achtet ihr schon konsequent auf System- statt Chip-Effizienz? Schreib's in die Kommentare.
