Lux, Lumen, Candela – diese drei Lichtgrößen stiften mehr Verwirrung als jeder andere Begriff in der Lichtplanung. Dabei ist der Unterschied einfach, wenn du verstehst, wo das Licht jeweils gemessen wird: an der Lampe, in einer Richtung oder auf einer Fläche. Hier räumen wir mit dem Durcheinander auf.
Lux, Lumen, Candela im Überblick
Stell dir eine Lampe vor, die in einen Raum leuchtet. Jede der drei Größen beschreibt einen anderen Aspekt desselben Vorgangs.
- Lumen (lm) – die gesamte Lichtmenge, die eine Lampe abgibt
- Candela (cd) – wie hell das Licht in eine bestimmte Richtung strahlt
- Lux (lx) – wie viel Licht auf einer Fläche ankommt
Merke dir: Lumen ist die Quelle, Candela die Richtung, Lux das Ergebnis auf dem Tisch.
Lichtstrom in Lumen
Der Lichtstrom in Lumen beschreibt die gesamte Lichtmenge, die eine Lichtquelle in alle Richtungen abstrahlt. Es ist die ehrlichste Angabe dafür, wie viel Licht überhaupt erzeugt wird – unabhängig davon, wohin es geht.
Auf jeder LED-Verpackung steht heute der Lumen-Wert. Eine Glühlampe mit 60 Watt liefert grob 700 Lumen, eine moderne LED schafft das mit unter 9 Watt.
Wie effizient eine Lampe aus Watt Lumen macht, ist die Lichtausbeute – das ist ein eigenes Thema im Beitrag zur LED-Effizienz.
Lichtstärke in Candela

Die Lichtstärke in Candela sagt, wie konzentriert das Licht in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird. Zwei Lampen mit identischem Lumen-Wert können völlig unterschiedliche Candela-Werte haben.
Ein Beispiel: Eine Taschenlampe bündelt ihr Licht in einen engen Kegel – hohe Candela in dieser Richtung. Eine Kerze gibt dieselbe Lichtmenge rundum ab – niedrige Candela, dafür gleichmäßig.
Candela ist die einzige der vier Größen, die eine Basiseinheit des SI-Systems ist. Die anderen leiten sich davon ab.
Beleuchtungsstärke in Lux
Die Beleuchtungsstärke in Lux misst, wie viel Lichtstrom tatsächlich auf einer Fläche ankommt. Die Formel ist simpel:
1 Lux = 1 Lumen pro Quadratmeter (lm/m²)
Das heißt: Lux hängt nicht nur von der Lampe ab, sondern auch vom Abstand und der Fläche. Je weiter du eine Lichtquelle von einer Fläche entfernst, desto weniger Lux kommen an – obwohl die Lampe gleich viele Lumen abgibt.
Ein paar Alltagswerte zur Orientierung:
| Situation | Beleuchtungsstärke |
|---|---|
| Klarer Sommertag (Sonne) | bis ~100.000 lx |
| Bedeckter Tag | ~10.000 lx |
| Gut beleuchteter Arbeitsplatz | ~500 lx |
| Wohnzimmer am Abend | ~100 lx |
| Vollmondnacht | ~0,25 lx |
Welche Lux-Werte für welchen Raum gefordert sind, regeln Normen – das findest du im Beitrag zur Beleuchtungsstärke je Raumtyp und zur Lichtplanung nach DIN EN 12464-1.
Leuchtdichte als vierte Größe

Kurz zur Vollständigkeit: Die Leuchtdichte in cd/m² beschreibt, wie hell eine Fläche für dein Auge erscheint – also das, was du tatsächlich wahrnimmst, wenn du auf eine Lampe oder eine beleuchtete Wand blickst.
Diese Größe wird wichtig, sobald es um Blendung geht. Den UGR-Wert und die Blendungsbewertung behandeln wir gesondert im UGR-Beitrag.
Unterschied Lux Lumen einfach erklärt
Der häufigste Fehler überhaupt: Lumen und Lux werden verwechselt. Dabei ist der Unterschied Lux Lumen schnell erklärt.
- Lumen ist eine Eigenschaft der Lampe – fest, egal wo du stehst.
- Lux ist eine Eigenschaft der Fläche – abhängig von Abstand und Bündelung.
Beispiel: Eine 1000-Lumen-Lampe liefert auf 1 m² Fläche 1000 Lux. Verteilst du dasselbe Licht auf 10 m², sind es nur noch 100 Lux – dieselbe Lampe, derselbe Lumen-Wert, aber ein Zehntel der Beleuchtungsstärke.
Lumen = wie viel Licht rauskommt. Lux = wie viel davon ankommt.
So zusammengefasst hängen alle vier Größen zusammen: Candela (Richtung) und Abstand bestimmen, wie viele Lumen pro Quadratmeter – also Lux – auf einer Fläche landen, und die reflektierte Fläche erzeugt die Leuchtdichte, die du siehst.
Welche der vier Größen hat dich bisher am meisten verwirrt – und schaust du beim Lampenkauf eher auf Watt oder auf Lumen? Schreib's in die Kommentare.
